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Chronologie

Von den Gräbern Adliger zur Agglomerations-Gemeinde

1200 vor Christus (v.C.)

In der vorkeltischen Bronzezeit lebten auf Gemeindegebiet bereits Menschen mit hoher Kultur. In einem Frauengrab aus dieser Zeit wurden reiche Beigaben aus Gold, namentlich eine Haarnadel, gefunden. Sie ist als «Binninger Nadel» bekannt geworden. In der anschliessenden Zeit der Kelten wird ein Heiligtum zu St. Margarethen vermutet. Die heilige Margaretha war eine Nachfolgerin einer vorchristlichen Göttin.

300 v.C. bis 500 n.C.

Das Rheinknie mit Basel und Binningen wurde von Kelten und den in Augst und auf dem Münsterhügel herrschenden Römern bewohnt. An der Binninger Florastrasse wird aufgrund von Funden die Existenz eines römischen Gutshofes vermutet. Weil der Birsig noch stark mäandrierte, wurde damals am Abhang gebaut. Ob sich je ein Alemannenführer mit dem Name «Binno» im Gebiet niedergelassen hat, ist möglich, aber nicht belegt.

650 n.C.

Beim Bernerring in Basel wurden 43 Gräber von edlen fränkischen Frauen und Männern gefunden. Sie enthielten Schmuck, Gefässe und Waffen. Ausgegraben wurden auch die Gräber eines Pferdes und eines Hirsches. Die Noblen waren noch nicht christlich. Zusammen mit Basel gehörte Binningen damals zum neuen fränkischen Reich.

1004

Der Name Binningen erscheint erstmals in einer Kaiserurkunde. Am 1. Juli 1004 schenkte Kaiser Heinrich II den Hardtwald im Elsass dem Bischof von Basel. Die Elsässer Hardt scheint damals bis an den Birsig gereicht zu haben. Vor 1000 Jahren war Binningen ein kleines Dorf mit wenigen Holzhäusern. Die Menschen sprachen althochdeutsch. Im Jahre 1293 wurde das Schloss am Birsig gebaut, als Wasserschloss in einem Weiher. In ersten Wirtschaftsurkunden wurden Lehmgruben und Weinberge erwähnt. Die Margarethenkirche gehörte zur Münsterpfarrei. In Dokumenten ist auch eine Klause «freier Schwestern» erwähnt, die vermutlich aus Basel fliehen mussten.

1534 – 1648

Nach der Reformation musste der Basler Bischof Binningen an den Rat der Stadt Basel verpfänden. Binningen gehörte von nun an bis zu Kantonstrennung der Stadt Basel und wurde von einem «Meier» (Verwalter, Dorfchef) verwaltet. In der Mitte des 17. Jahrhunderts zählte Binningen 25 Häuser und rund 150 Einwohnerinnen und Einwohner. Als grenz- und stadtnahes Dorf musste Binningen im dreissigjährigen Krieg Truppendurchzüge erdulden. Es ist bekannt, dass im Jahre 1634 schwedische Soldaten beim Durchzug im Dorf Eisen von eingeschmolzenen Kirchenglocken verkauften.

1798 – 1833

Nach dem Untergang der alten Eidgenossenschaft gehörte Binningen zum Distrikt Basel des neuen helvetischen Kantons. In den Trennungswirren war die Bevölkerung gespalten, kam aber 1833 definitiv zur Landschaft, resp. zum Bezirk Arlesheim. Daran hat sich bis heute nichts geändert. In dieser Zeit entstand auch die älteste Industrie Binningens, nämlich die Ziegelfabriken. Sie arbeiteten mit dem Lehm des Leimentales.

1833 – 1881

In der Helvetik führte Binningen die demokratischen Einrichtungen mit Gemeindeversammlung, Gemeinderat oder Schulpflicht ein. Mitte des Jahrhunderts begann die Verstädterung. Viele Menschen vom Land zogen herbei und Industrien schossen aus dem Boden. Im Jahre 1881 verzeichnete Binningen 4000 Einwohnerinnen und Einwohner und war mit grossen Infrastruktur- und Finanzproblemen konfrontiert.
Binningen besass bis zum Ersten Weltkrieg einen zweifelhaften Ruf als beizenreiches Vorstadt-Dorf mit «Zugeschletzten» und «Deserteuren» sowie mit Prostitution. Nach dem Krieg nahm die Industrialisierung weiter zu. Binningen besass u.a. eine Traktoren- und eine grosse Aluminiumfabrik.

1881 – 1960

In dieser Periode nahm die Bevölkerung stark zu. Mit der nahegelegenen Eisenbahn und mit der Baukonjunktur immigrierten Hunderte von Italienerinnen und Italienern. Das Tram erreichte Binningen erst nach dem Bau des Dorenbach-Viadukts im Jahre 1935. Zuvor waren sich Basel und Binningen wegen der Tramfrage rund fünfzig Jahre in den Haaren gelegen.
In der Mitte des Jahrhunderts überstieg die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner die Zahl der Ortsbürgerinnen und -bürger. Im Jahre 1959 erreichte Binningen die Einwohnerzahl von 10000 und wurde somit zur Stadt. Wachstums- und Fortschrittseuphorie waren ungebrochen: Eine Magnet-Schwebebahn und ein Flugplatz auf dem hinteren Westplateau wurden geplant. Hingegen verschwanden viele Landwirtschaftsbetriebe und der letzte Rebberg am Erdbeergraben.

1960 – 1970

In der Nachkriegskonjunktur stieg Binningen zur finanzstarken Gemeinde auf und entwickelte sich zum begehrten Wohnort von höher gestellten Angestellten der boomenden Chemie- und Pharmametropole Basel.

1970 – 2000

An einer Urnenabstimmung im Jahre 1971 wurde die «Gmeini» (Gemeindeversammlung) abgeschafft. Die Gemeindedienste und die Schulen wurden ausgebaut und im Jahre 1998 beschloss der Souverän den Ausbau und die Sanierung des Verwaltungsgebäudes.
In den Jahren der Hochkonjunktur orientierte sich Binningen stark nach Basel und drohte zur Schlafstadt zu verkümmern. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts begannen die Einwohnerinnen und Einwohner wieder die eigenen Traditionen zu pflegen. Das Ortsmuseum (1987) wurde ins Leben gerufen, die Fasnacht wiedererweckt (1991) und neue Vereine wie z.B. der Rebberg-Verein gegründet (1994). Neue regionale und internationale Beziehungen wurden geknüpft.

2004

Binningen feierte seine 1000 Jahr-Geschichte mit einem gossen Volksfest auf dem Bruderholz.

Banner zur 1000 Jahr-Feier: Binnige Botz 1000

2005

Einweihung Kunstrasen-Spielplatz Margarethen im Dorfzentrum am 2. September

2009

«75 Joor Drämmli Binnige–Basel»: Dieses Jubiläum feierte Binningen am Samstag, 15. August 2009, mit einem grossen Volksfest. Gemeinsam mit den BVB, der IG Hauptstrasse und den Vereinen organisierte die Gemeinde eine grosse Festmeile entlang der Hauptstrasse. In einer Sonderausstellung zum Thema «Drämmli fahren einst und jetzt» zeigten die BVB und der Tramclub Basel im Foyer der Gemeindeverwaltung verschiedene Drämmli-Modelle und Sammelstücke aus der Drämmli-Geschichte.

2010

An der Gewerbeausstellung KMU Binningen-Bottmingen vom 24.-26. September 2010 präsentierten die Gemeinde Binningen und die Elektra Birseck die Wärmeversorgung Binningen AG (WBA).

2016

Die Musikschule Binningen-Bottmingen feierte ihr 50-jähriges Jubiläum.