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Architekturpreis

Binningen setzt sich aktiv für ein attraktives Ortsbild ein. Erstmals wurden 2018 von der Gemeinde Binningen besondere Leistungen von Architekten und Bauherren gewürdigt und bemerkenswerte Bauten mit einem Architekturpreis ausgezeichnet, der künftig alle zwei Jahre verliehen werden soll. Bei den nominierten Bauten war neben der Menge ansprechender Projekte auch die Vielfalt an unterschiedlichen Bauaufgaben positiv aufgefallen. Vom modernen Einfamilienhausneubau über die liebevolle Renovation wertvoller Bausubstanz bis zur ästhetisch herausragenden energetischen Sanierung war alles dabei.

Prüfung und Selektion der Projekte

Der Architekturpreis Binningen zeichnete in seiner ersten Ausgabe im Jahr 2018 zwei abgeschlossene Architekturprojekte aus, die nach Meinung der Jury aus den insgesamt 163 durchgeführten Bauabnahmen im Zeitraum 2015 bis 2016 in Binningen herausragten.

Die Jury hat in ihrer Beurteilung darauf verzichtet Kategorien zu bilden. Dennoch stehen die preisgekrönten Objekte für zwei sehr unterschiedliche ortstypische Bauaufgaben: Die Sanierung und der Umbau einer Mehrfamilienhaussiedlung durch das Büro Flubacher Nyfeler Architekten AG sowie der Neubau eines Einfamilienhauses durch das Büro Lupo & Zuccarello Architekten AG.

Die Prüfung und Selektion der Projekte geschah in mehreren Schritten. In einer ersten Triage wurden rund 100 Baugesuche aussortiert, welche lediglich einzelne Baumassnahmen wie nachträgliche Kamine, Dachfenster, Schwimmbäder etc. beinhaltet haben. Die Zahl der möglichen Preisträger wurde damit auf 59 Projekte verkleinert. Aus den verbleibenden Projekten wurden jene 19 Projekte ausgewählt, welche durch ein einzelnes Jurymitglied als mögliche Preisträger ins Spiel gebracht wurden. In einer anschliessenden Diskussion konnten 8 Gebäude bestimmt werden, welche dann gemeinsam besichtigt und näher diskutiert wurden.

Neubau Einfamilienhaus Höhenweg 2 - Lupo & Zuccarello Architekten AG

Neubau Einfamilienhaus Höhenweg 2
Das zweigeschossige Einfamilienhaus vom Büro Lupo & Zuccarello Architekten aus Basel steht auf einer langen, schmalen, zuvor nicht bebauten Dreiecksparzelle in Hanglage.

Das zweigeschossige Einfamilienhaus vom Büro Lupo & Zuccarello Architekten aus Basel steht auf einer langen, schmalen, zuvor nicht bebauten Dreiecksparzelle in Hanglage. An der spitzen Ecke dieses Dreiecks kommen Hasenrainweg und Höhenweg zusammen und an den stumpfen Ecken beträgt der Höhenunterschied eine gute Geschosshöhe.

Den Architekten ist es gelungen, trotz dieser anspruchsvollen geometrischen und gesetzlichen Ausgangslage, eine Gestalt für das Einfamilienhaus zu finden, welche nicht im geringsten durch diesen Rahmen kompromittiert wirkt. Die neuen Stützmauern der Garagenzufahrt am Hasenrainweg schliessen wie selbstverständlich an die bestehenden Mauern an und bilden als Einschnitt ins Gelände einen eleganten Sockel für das darauf gestellte Einfamilienhaus.

Das Einfamilienhaus selbst ist aus Sichtbeton gebaut und die Fassadenflächen sind so geknickt, dass unterschiedliche Beziehungen und Aussichten zum Frei- und Strassenraum entstehen konnten. Trotz der so hergestellten Privatheit gibt es keine abweisenden Rückseiten gegenüber den Strassen. Erwähnenswert ist auch, wie selbstverständlich und offen der Garten an der Spitze in den kleinen öffentlichen Raum mit Sitzplatz übergeht, gegen den Höhenweg von einer Betonmauer begleitet.

Die Jury hat sich auch die Frage gestellt, ob ein freistehendes Einfamilienhaus überhaupt preisfähig ist, angesichts des wichtigen und gesamtgesellschaftlich abgestützten Anliegens ressourcenschonend und verdichtet zu bauen. Das Projekt hat die Jury dennoch überzeugt als Beitrag zur inneren Verdichtung der Gemeinde Binningen, weil es eine schwierig zu bebauende Restparzelle ortsverträglich besetzt.

http://www.lupozuccarello.ch/projekte/neubauten/t-house

Umbau und Sanierung Meiriacker - Flubacher Nyfeler Architekten AG

Sanierung Wohngenossenschaft Meiriacker
Rund 50 Jahre nach ihrer Erstellung strahlt die markante Siedlung Meiriacker nun im zeitgenössischen Kleid wieder das aus, wofür die Gebäude in ihrem Baujahr 1969 standen.

Die Sanierung der Wohngenossenschaft Meiriacker durch das Büro Flubacher Nyfeler Architekten AG hat die Jury auf mehreren Ebenen überzeugt. Zum einen leistet das Projekt einen Beitrag zur Frage, wie man die in der Region Basel weit verbreiteten Wohnbauten aus den Boomjahren vor der Erdölkrise auf einen zeitgemässen, typologischen und energetischen Standard heben kann.

Zum anderen erreicht das Projekt eine tiefgreifende Veränderung des Siedlungsbildes mit erstaunlich geringem Aufwand und ohne negative Nebeneffekte. So konnten die Umbauarbeiten durchgeführt werden, ohne dass die Mieter dafür ausziehen mussten. Mieterhöhungen waren ebenfalls nicht notwendig.

Rund 50 Jahre nach ihrer Erstellung strahlt die markante Siedlung Meiriacker nun im zeitgenössischen Kleid wieder das aus, wofür die Gebäude in ihrem Baujahr 1969 standen: Wohnungen im Grünen mit hoher Lebensqualität und ohne jede ländliche Idylle. Für das Erstellen dieses zeitgenössischen Erscheinungsbildes wurden vor dem Aufbringen der neuen Klinkerfassade die Fenster und Balkone vergrössert und in die Volumetrie des Gebäudes eingebunden.

Die von den Architekten als „Balkonzimmer“ bezeichneten Balkone sind im Entwurf das Schlüsselelement dieser optischen Neuordnung. Die Drehung der zuvor vertikal organisierten Fassaden um 90 Grad erzeugt ein eleganteres, weicher in die Umgebung eingebettetes Gesamtbild der Siedlung und harmoniert mit der durch die Balkone verbreiterten Volumetrie, expressiv über die Ecken der Gebäudekörper.

https://fnp-architekten.ch/portfolio-item/umbau-und-sanierung-wg-meiriacker-binningen/
https://fnp-architekten.ch/prozess-meiriacker-3/

Simon Hartmann
Architekt und Mitglied der Fachgruppe für
Bau- und Planungsfragen des Gemeinderates, Mitglied der Jury

 

Die Jury setzt sich wie folgt zusammen:

Fachjury:

  • Simon Hartmann, Architekt und Mitglied der Fachgruppe für Bau- und Planungsfragen des Gemeinderates
  • Dieter Righetti, Architekt und Mitglied der Fachgruppe für Bau- und Planungsfragen des Gemeinderates
  • Anne-Marie Wagner, Architektin und Mitglied der Fachgruppe für Bau- und Planungsfragen des Gemeinderates

Sachjury:

  • Eva-Maria Bonetti, Gemeinderätin Hochbau und Ortsplanung
  • Roland Schacher, Architekt, Abteilungsleiter Hochbau und Ortsplanung
  • Laurenz Reinitzer, Architekt, Ressortleiter Ortsplanung